Fernglas

Ferngläser für die Vogelbeobachtung – worauf man achten sollte

Wer in der Natur unterwegs ist um Vögel zu beobachten, der wird um ein Fernglas oder Spektiv kaum herumkommen. Der folgende Gastbeitrag soll einen Überblick über Ferngläser für die Vogelbeobachtung geben und Tipps geben, was bei der Auswahl zu beachten ist. Er wurde verfasst von Johannes, dem Betreiber der Seite Fernglas Agentur (www.fernglasagentur.de), einem Informationsportal rund um die Themen Fernglas, Spektiv und Zubehör.

Grundlegende Zusammenhänge – wie funktioniert ein Fernglas

Um zu verstehen, wie ein Fernglas funktioniert, kann man es grob in drei funktionale Bestandteile zerlegen.

  1. Das Objektiv
  2. Das Prismensystem
  3. Die Okulare

Das Licht wird von einem Gegenstand, in unserem Beispiel ein Vogel, reflektiert und tritt über die Objektive in das Fernglas ein. Die Objektive bestehen aus bis zu fünf einzelnen Linsen. Sie leiten das Licht weiter in das Prismensystem, wo das entstandene Bild korrigiert wird. Man unterscheidet generell die Bauarten Dachkant- und Porroprisma. Über die Okulare wird das Bild dann in die Augen des Betrachters geführt. Die Okulare bestehen, wie die Objektive, auch nochmal aus mehreren Einzellinsen.

Ferngläser werden in ihrer Produktbezeichnung immer in der Notation „10×40“ angegeben. Die erste Zahl steht dabei immer für die Vergrößerung – in diesem Beispiel 10-fach – und die zweite Zahl für den Frontlinsendurchmesser – im Beispiel 40mm. Als Faustregel gilt: Je höher die Vergrößerung, desto genauer das Bild, aber auch desto kleiner das Sichtfeld und desto leichter verwackelt man. Zudem gilt: Je größer der Frontlinsendurchmesser, desto heller das Bild.

Mit diesem Grundwissen ausgestattet können wir uns nun an den spezifischen Anwendungsfall Vogelbeobachtung wagen.

Vogelbeobachtung – spezifische Anforderungen

Für die Vogelbeobachtung sind vor allem drei Aspekte bei einem Fernglas besonders wichtig. Es sollte handlich sein, flexibel und eine hohe Bildqualität aufweisen. Im Folgenden werden diese Aspekte genauer beleuchtet.

Handlichkeit

Auf der Suche nach seltenen Vogelarten muss man zwangsläufig mobil sein. Man wird den Vogel selten direkt im Garten vom Schaukelstuhl aus vor die Linse bekommen und ist gelegentlich auch in unwegsamem Terrain unterwegs. Wichtig ist hierbei vor allem, wie auch auf längeren Wanderungen, dass das Fernglas nicht zu schwer und groß ist. Trägt man ein schweres Fernglas um den Hals kann es schnell zu unangenehmen Druckpunkten im Nacken führen. Bei zu hohem Gewicht werden die Arme schnell müde, wenn man etwas länger hindurchschaut.

Eine höhere Vergrößerung kommt immer auch mit zusätzlichem Gewicht und in der Regel auch einem größeren Gehäuse. Es empfiehlt sich daher, maximal eine Vergrößerung von 8-fach zu wählen, die in den meisten Fällen auch ausreichend ist. Am besten entscheidet man sich daher für ein Kompaktfernglas. Dieses lässt sich komfortabel in der Wesentasche transportieren, ist trotzdem blitzschnell gezückt und lässt sich auch über einen längeren Zeitraum anstrengungslos in Händen halten.

Flexibilität

Wer Vögel beobachtet wird wissen, dass man nie genau sagen kann, auf welcher Distanz ein Vogel auftaucht. Zusätzlich bewegen sich Vögel sehr schnell. Wer dabei immer ein fokussiertes Bild haben möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass die Fokussierung sehr fein justierbar und der Regler sehr leicht zu drehen ist. Dies sollte man am besten direkt am Fernglas testen, um zu sehen, ob man damit im Ernstfall zurechtkommt. Zusätzlich ist auch eine niedrigere Vergrößerung hier wieder vorteilhaft: Mit einer 8-fach Vergrößerung muss man deutlich seltener und weniger stark nachfokussieren als bei einer 10-fach Vergrößerung. Das Bild ist dadurch fast immer gestochen scharf.

Bildqualität

Die Bildqualität ist von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängig. Der Hauptfaktor ist allerdings das Prismensystem. In der Vogelbeobachtung sollte man hier auf ein Dachkantprisma setzen. Diese sind meist von höherer Qualität und dadurch auch langlebiger als die deutlich schwereren Porroprismen. Man bezahlt diesen Vorteil allerdings auch durch einen höheren Preis. Generell sollte man aber eher etwas mehr Geld investieren, da Ferngläser meist eine sehr langlebige Investition sind. Man ärgert sich sonst 10 Jahre über eine schlechte Qualität und hat sich nur kurz darüber gefreut, 100 Euro gespart zu haben.

Unsere aktuellen Produktempfehlungen
Für Einsteiger: Bushnell PowerView 20×50

Für den Einsteiger eignet sich das Bushnell PowerView 20×50, das bereits für unter 100 Euro zu haben ist. Bushnell Ferngläser zeichnen sich generell durch eine hohe Robustheit und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aus. In dieser Preisklasse findet man kaum ein besseres Modell als dieses Hochleistungs-Fernglas aus der Powerview-Porroprismen-Serie zur Beobachtung von Details auf große Entfernungen.

Wie Ihre Dachkantprismen-Verwandte, liefert die Porroprismen-Serie große Haltbarkeit und Leistung in der attraktiven „traditionellen“ Porroprismen-Bauweise. Von kompakt bis zur Standardgröße mit modernem Design und Vollvergütung. Es erübrigt sich zu sagen, dass die Abbildungen scharf, klar und hell sind sogar im Dämmerlicht. Für jeden erschwinglich, der daran interessiert ist, die Natur „vergrößert“ zu sehen. Eine Tasche ist im Lieferumfang enthalten.

Für Fortgeschrittene: Leica Trinovid 8×20

Im mittleren Preissegment findet man unter anderem das Fernglas Leica Trinovid 8×20. Dieses Fernglas besticht durch seine Gläser mit Mehrschichtvergütung und Phasenkorrektur, die eine sehr hohe Farbbrillianz sowie eine hohe Schärfe ohne Farbfehler ermöglichen. Die ist sehr wichtig wenn man genaue Unterschiede in den Gefiedern ähnlicher Vogelarten auf weite Entfernungen erkennen will.

Auf Grund seiner geringen Größe ist das Fernglas schnell einsatzbereit. Durch seine ausziehbaren Okularhülsen ist es auch für Brillenträger angenehm zu benutzen.

Eine Gummiarmierung schützt vor Schmutz und leichten Stößen.

Für Profis: Leica Ultravid 10×25

Wer es noch professioneller angehen möchte und auch vor größeren Investitionen nicht zurückscheut, für den können wir das Leica Ultravid 10×25 bedingungslos empfehlen.

Das kompakte Fernglas mit Dachkantprismen ist sehr handlich und bietet eine vorzügliche Bildqualität durch das Leica HighLux-System. Aufgrund der kompakten Größe und des geringen Gewichts ist das Bild immer sehr ruhig und kann sehr schnell wieder fokussiert werden. Für etwa 600 Euro erhält man hier mit das Beste, was der Markt derzeit hergibt.