TV: Der Flug der Störche – 21.00 Uhr – rbb

Freitag, d. 18.04.2008 – 21.00 Uhr – rbb

Der Film erzählt die Geschichte eines Vogels, den jeder kennt und liebt.

Selbst in Amerika, wo Weißstörche nicht heimisch sind, wissen die Kinder, dass der Storch die Babys bringt, und bis heute glauben viele Bauern, dass ein Storchennest auf dem Rauchfang das Haus vor Blitzschlag schützt.

Diese Dokumentation von Karl Königsberger und Sabine Holzer, die in internationaler Koproduktion von ORF, ARTE, NDR und WDR realisiert wurde, zeigt die Störche in ihren wenig bekannten Winterquartieren in Afrika, begleitet sie auf ihrem Rückflug nach Norden und beobachtet sie in den verschiedensten Habitaten Europas. Spezielle Kameratechniken geben von der Paarung und dem Schlüpfen der Jungen an bis hin zum Rückflug der Vögel im Spätsommer hautnahe Einblicke in das Leben der Weißstörche.

In vielen Kulturen gilt der Storch als Glücksbringer, im alten China sah man in ihm ein Sinnbild der Langlebigkeit, und im alten Ägypten symbolisierte er Frömmigkeit.

Schauplätze in Europa sind zum einen das „Europäische Storchendorf“ Marchegg, das in den Weiten der Donau-March-Thaya-Auen liegt, wo sich nur wenige Kilometer von der Großstadt Wien entfernt, jedes Frühjahr eine der größten Kolonien von baumbrütenden Weißstörchen versammelt. An die sechzig Brutpaare belagern die mächtigen Eichen den Sommer über und ziehen hier ihre Jungen groß. Da das Verbreitungsgebiet der Störche in Mitteleuropa durch die Zerstörung vieler Naturlandschaften heute inselförmig zersplittert ist, bilden diese Auen ein ganz besonders begehrten Lebensraum.

Außerdem besucht der Film das kroatische Dorf Cigoc, das ebenfalls von der Umweltstiftung „Euronatur“ als „Europäisches Storchendorf“ ausgezeichnet wurde einen malerischen Platz, wo regelmäßig an die 50 Storchenpaare auf alten Holzhäusern nisten.

Hier wird noch naturnahe Landwirtschaft mit alten Haustierrassen betrieben. Wo Turopolje-Schweine und Posavina-Pferde auf den Hutweiden den Boden aufwühlen, finden die Störche Fressbares im Ãœberfluss.

Im Gegensatz zum ruhigen Landleben in Mittel- und Osteuropa suchen die Störche in Spanien geradezu die Nähe der Menschen. Mit rund 40.000 Brutpaaren ist Spanien das storchenreichste Land Westeuropas.

Hier finden sich die größten Brutkolonien, und hier scheinen die Störche alle Nischen erobert zu haben, die sich als Brutplatz anbieten. Geschichtsträchtige Orte haben sie ebenso besiedelt wie die Produkte moderner Technik: Das Dokumentationszentrum des spanischen Fernsehens ist eine Storchenhochburg, die Sendeanlage der Radiostation ebenfalls fest in Storchenhand.

Es ist kein Wunder, dass der Weißstorchbestand in Spanien in den vergangenen Jahren wieder rapide angestiegen ist: Die spanischen Mülldeponien üben eine magische Anziehungskraft auf die Vögel aus. Hier versammeln sich die Störche täglich in Trupps von mehr als tausend Tieren, um dem menschlichen Abfall Fressbares zu entlocken. Nicht zuletzt ist es dem spanischen System der Müllbeseitigung zu verdanken, dass der Hauptplatz einer spanischen Kleinstadt von einer der weltgrößten Kolonien besiedelt ist.

In Alfaro, in der Provinz La Rioja, thronen allein auf der Kathedrale San Miguel heute gut 140 besetzte Horste. Zählt eine Storchenfamilie durchschnittlich fünf Köpfe, bevölkern in guten Jahren an die 700 Störche das Kirchendach.

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