Naturschützer protestieren: Italien gibt Singvögel zum Abschuss frei

Die Regionen Lombardei, Venezien, Marken und Emilia-Romana in Oberitalien haben vor einigen Tagen ihre Jagdregelungen für den kommenden Herbst veröffentlicht. Neben den in ganz Italien bereits zur Jagd freigegeben Singvogelarten (z.B. Wacholder-, Rot- und Singdrosseln, Amseln und Feldlerchen) haben die Regionen nun auch europaweit geschützte Vogelarten zur Jagd freigegeben.

So hat die Region Lombardei, alljährliche „Jagd-Wunschliste“ vorgelegt und somit den Abschuß von Hunderttausenden Buch- und Bergfinken, sowie Italien- und Feldsperlingen genehmigt. Zusätzlich dürfen in dem Gebiet ab Herbst auch wieder Stare geschossen werden, welche zwar nach geltendem EU-Recht gejagt werden können, in Italien aber immer noch unter Naturschutz stehen.

In dem Gebiet Emilia-Romana sollen ab Ende September ebenfalls Stare, sowie Italien- und Feldsperlinge getötet werden dürfen, ebenso wie Kormorane und Türkentauben.

Im oberitalienischen Marken dürfen ab September Stare geschossen werden, sie sollen angeblich Schaden in der Landwirtschaft anrichten.

Nicht nachvollziehbar ist auch die Situation in Venezien: dort dürfen nicht nur Stare, Buch- und Bergfinken getötet, sondern es darf auch auf Wiesenpieper geschossen werden. Dabei ist es bekannt, dass bei dieser Vogelart nicht nur in Italien, sondern europaweit massive Bestandseinbrüche zu verzeichnen sind.

So gelten in jeder Region auch unterschiedliche Regelungen in Bezug auf die Anzahl der zur Jagd freigegebenen Tiere. Durchschnittlich kann jeder der 150.000 Jäger der oben genannten Regionen drei Exemplare jeder Art an jedem der 55 Jagdtage schießen dürfen. Dies entspricht rein rechnerisch der Anzahl von fast 25 Millionen geschützten Vögeln.

Das Komitee gegen den Vogelmord prüft gemeinsam mit dem italienischen Partnerverband Lega Abolizione Caccia (LAC) rechtliche Schritte in den einzelnen Regionen.

Erste Beschwerden gegen die Jagdfreigaben in der Lombardei sind bereits in Vorbereitung.

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