Protestaktion gegen Tötung von Wildgänsen in den Niederlanden

Auf der niederländischen Nordseeinsel Texel und in der niederländischen Provinz Utrecht haben Behörden mehr als 4.000 Wildgänse von einer Firma fangen und anschließend mit Kohlendioxid vergasen lassen.

Niederländische Vogelschützer konnten das Treiben vor Ort jetzt erstmals auch auf Video dokumentieren und sprechen von einem beispiellosen Skandal.

Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord und die Vereinigung „Faunabescherming“ mitteilen, wurden in den letzten zwei Wochen von Mitarbeitern einer niederländischen Firma bei insgesamt sechs Fangaktionen etwa 3.000 Tiere zusammengetrieben, in LKWs verladen und an einen unbekannten Ort verfrachtet.

In Deutschland sorgen indes Berichte für Wirbel, nach denen die auf Texel getöteten Gänse an eine deutsche Schlachterei weiterverkauft worden sein sollen. Wie die niederländische Tageszeitung „Leeuwarder Courant“ berichtete, wurden die toten Tiere nach Deutschland transportiert und anschließend u.a. zu Gänseleberpastete verarbeitet.

Als Grund für die Tötungen im Wattenmeer führt die zuständige Provinz Noord-Holland die sogenannten Fraßschäden an, die die Graugänse auf landwirtschaftlichen Kulturen angerichtet hätten. Dadruch sei im letzten Jahr sei auf Texel ein Schaden von ca. 90.000 Euro entstanden.

Um den betroffenen Bauern nun zu helfen, sollen nach Plänen der Provinzregierung in diesem Sommer insgesamt rund 6.000 Grau-, Bläss- und Nonnengänse eingefangen und getötet werden.

Um weitere Fangaktionen zu verhindern, haben die Vogelschützer jetzt eine Beschwerde beim niederländischem Justizministerium eingereicht, sowie eine Protestkampagne im Internet gestartet. Der Grund dafür: das niederländische Jagdgesetz verbietet das Töten von Wild mittels Gas, und Gänse gehören in Holland zum Jagdwild.

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