26.04.-05.05. Zugvogelschutzcamp auf Malta

Um der Zugvogeljagd auf Malta auch praktisch entgegenzutreten, findet seit 2001 in jedem Frühling ein Zugvogelschutzcamp auf der Mittelmeerinsel statt. Die Teilnehmer, zum großen Teil Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord e.V., werden in Gruppen aufgeteilt und jeweils in der Dämmerung an den Brennpunkten von Jagd und Wilderei postiert.

Die mit Ferngläsern, Handys und Videokameras ausgestatteten Aktivisten beobachten das Treiben der Jäger und dokumentieren etwaige Verstöße gegen das maltesische Naturschutzrecht. Sobald ein Täter ausgemacht werden kann, wird die maltesische Umweltpolizei ALE zu Hilfe gerufen, die meist schnell vor Ort ist.

Werden die Komiteeteams entdeckt, ist die Wilderei meist schnell vorüber. Aus Angst, erwischt zu werden, brechen viele Jäger ihre Pirsch sogar ganz ab und gehen nach Hause.

Tagsüber kontrollieren Komiteemitglieder Zoogeschäfte und Vogelmärkte, kartieren Fangeinrichtungen der Vogelfänger und nehmen Termine bei Behörden und Partnerverbänden war.

In der Nacht gehen die Gruppen in den Außenbereichen auf die Suche nach verbotenen „elektronischen Lockvögeln“. Die Tonbandgeräte locken vor allem nachtziehende Wachteln vor die Schießstände, wo sie am Morgen unter Beschuß genommen werden. Die Geräte sind meist in Betonbunkern oder vergrabenen Ölfässern versteckt, die Lautsprecher stehen an langen Kabeln weit verstreut in der Macchia. Mit Bolzenschneidern und Winkelschleifern werden die Geräte geborgen und stillgelegt. In jedem Jahr werden auf diese Art und Weise mehr als zwei Dutzend „elektronische Lockvögel“ abgebaut, jeder im Wert von rund 250 Euro.

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